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Claude-Grundlagen

Claude für dein Business einrichten: dein Kontext in einer Datei

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Installation ist der erste Schritt, der Business-Kontext der zweite. Erst wenn Claude weiß, wer du bist und was du anbietest, arbeitet es wie ein eingearbeiteter Mitarbeiter.
  • Kontext gehört in getrennte Dateien: wer du bist, was dein Business macht, woran du gerade arbeitest. So bleibt es übersichtlich und du pflegst nur die Stelle, die sich ändert.
  • Für jedes größere Vorhaben ein eigenes Projekt. So vermischt Claude deinen Podcast nicht mit deiner Kundenberatung und bleibt beim Thema.

Stell dir vor, du hast eine neue Assistenz eingestellt. Fachlich top, schnell, nie schlechte Laune. Nur weiß sie am ersten Tag nichts über dich: nicht, was du verkaufst, nicht, wie du klingst, nicht, woran du gerade sitzt. Du würdest sie einarbeiten. Du würdest ihr erklären, wer deine Kundschaft ist und wie du deine Mails schreibst. Genau diesen Schritt überspringen die meisten bei Claude. Und wundern sich dann, dass die Antworten so allgemein klingen.

Ich war da keine Ausnahme. Am Anfang habe ich Claude in jeder Session neu erklärt, wer ich bin. Bis ich verstanden habe: Das Werkzeug ist gut, es kennt mich nur nicht. Und das lässt sich ändern, ohne dass du dafür etwas studieren musst.

Erst installieren, dann einarbeiten

Kurz zur Einordnung, damit wir vom Gleichen reden. Es gibt zwei Schritte, und die verwechseln viele. Der erste ist die Installation und die allererste Grundlage, eine einzige Kontextdatei, die Claude bei jedem Start liest. Wie das geht, habe ich Schritt für Schritt im Beitrag Claude für dein Business einrichten beschrieben. Wenn du dort noch nicht warst, fang damit an. Dieser Artikel setzt darauf auf.

Der zweite Schritt ist der, um den es hier geht: Claude nicht nur zum Laufen bringen, sondern richtig einarbeiten. Dein Business hineinlegen, damit die künstliche Intelligenz mit deinem Wissen arbeitet und in deiner Stimme antwortet, statt in der glatten Standardsprache, die man sofort erkennt.

Ein leeres Werkzeug gibt dir leere Antworten. Erst dein Kontext macht aus Claude etwas, das nach dir klingt und nicht nach allen anderen. Olga Reyes-Busch

Claude für dein Business: Notizbuch mit goldenem Stift auf einer Bootsbank

Was in deinen Business-Kontext gehört

Der Fehler, den ich am häufigsten sehe: alles in eine einzige, endlose Datei packen. Das wird schnell unübersichtlich, und du pflegst es irgendwann nicht mehr. Besser sind ein paar klar getrennte Bausteine. Drei reichen für den Start.

Wer du bist. Dein Name, dein Werdegang, deine Haltung. Bei mir steht da zum Beispiel, dass ich aus der Sonderpädagogik komme, über Resilienz zur künstlichen Intelligenz, und dass mein Vorsprung das Erklären ist, nicht die Technik. Solche Sätze klingen nach nichts Besonderem, aber sie färben jede Antwort. Claude weiß dann, aus welcher Ecke du sprichst.

Was dein Business macht. Dein Angebot, deine Zielgruppe, dein Versprechen. Für wen arbeitest du, welches Problem löst du, was unterscheidet dich. Je konkreter, desto weniger allgemein wird die Antwort. „Ich berate Unternehmen” bringt wenig. „Ich zeige Solo-Selbstständigen und Coaches, wie sie mit künstlicher Intelligenz sichtbar werden, ohne den ganzen Tag online zu sein” bringt viel.

Woran du gerade arbeitest. Dein aktueller Fokus, deine laufenden Projekte, das nächste Ziel. Dieser Baustein ändert sich am öftesten, deshalb ist er gut aufgehoben in einer eigenen Datei. Wenn sich dein Schwerpunkt verschiebt, änderst du nur diese eine Stelle und nicht die halbe Grundlage.

Der Trick an der Trennung: Du pflegst immer nur den Teil, der sich bewegt. Wer du bist, bleibt jahrelang gleich. Woran du arbeitest, wechselt vielleicht monatlich. Steckte beides in einer Datei, müsstest du jedes Mal durch den ganzen Block scrollen.

Und keine Sorge, das muss beim ersten Anlauf nicht perfekt sein. Schreib einfach in einfachen Sätzen auf, was du einer neuen Kollegin am ersten Tag erzählen würdest. Genau das ist der richtige Ton für diese Dateien. Kein Fachtext, keine Stichpunkte im Behördendeutsch, sondern so, wie du wirklich über dein Business sprichst. Merkst du im Alltag, dass Claude etwas noch nicht weiß, ergänzt du es in dem Moment. Nach zwei, drei Wochen steht ein Fundament, das sich richtig anfühlt.

So bringst du Claude in deine Stimme

Der Teil, der am meisten unterschätzt wird. Von sich aus schreibt jede künstliche Intelligenz in einem gefälligen, austauschbaren Ton. Du erkennst ihn nach dem dritten Absatz. Damit die Texte nach dir klingen, musst du deine Stimme aufschreiben.

Das ist weniger Aufwand, als es klingt. Ein paar Sätze reichen: Wie sprichst du deine Leser an, Du oder Sie? Wie lang sind deine Sätze, eher knapp oder ausschweifend? Welche Wörter benutzt du nie? Bei mir steht dort zum Beispiel, dass ich keine Werbefloskeln mag und keine geschwollenen Fremdwörter, wo ein einfaches deutsches Wort reicht. Solche Grenzen sind Gold wert, weil Claude sonst genau in diese Floskeln zurückfällt.

Und dann der Teil, der den größten Unterschied macht: echte Textproben. Leg zwei oder drei Beispiele von dir dazu, eine Mail, einen Newsletter-Abschnitt, einen Instagram-Text. An geschriebenen Sätzen erkennt Claude deinen Rhythmus viel besser als an jeder Beschreibung. Es sieht, wie du Absätze baust, wo du kurz wirst, wann du eine Frage stellst. Danach trifft es deinen Ton erstaunlich gut, und du korrigierst nur noch, statt jeden Text von Grund auf umzuschreiben.

Wie du diese eingearbeitete künstliche Intelligenz dann für deinen laufenden Content nutzt, aus einem Gedanken mehrere Formate, habe ich im Beitrag Content erstellen mit künstlicher Intelligenz und dabei Zeit sparen beschrieben. Der Kontext von hier ist die Grundlage dafür. Ohne ihn schreibt Claude Content für irgendwen. Mit ihm schreibt es Content für dich.

Ein Projekt je Vorhaben

Wenn dein Business wächst, wächst auch das Durcheinander. Dein Podcast hat andere Themen als deine Kundenberatung, dein Newsletter klingt anders als deine Angebotsmappen. Packst du alles in einen Topf, vermischt Claude die Kontexte und wird ungenau.

Die saubere Lösung: für jedes größere Vorhaben ein eigenes Projekt mit eigenem Kontext. Ein Projekt für den Podcast, eins für die Website, eins für die Beratung. Jedes bekommt seine passenden Kontextdateien. So bleibt Claude beim Thema und du findest nach Wochen leichter wieder hinein. Für einen einzelnen Kunden musst du nicht gleich ein Projekt anlegen. Für einen wiederkehrenden Arbeitsbereich lohnt es sich fast immer.

Dein Grundwissen über dich und dein Business bleibt dabei überall gleich, das ist die Ebene über den Projekten. Innerhalb eines Projekts kommt nur das dazu, was speziell für diesen Bereich gilt: die Tonlage deines Podcasts, die Struktur deiner Angebote, die Themen deiner Website. So musst du dich nie wiederholen. Der allgemeine Kontext liegt einmal fest, der besondere liegt dort, wo er gebraucht wird. Denk an einen Schreibtisch mit Schubladen: eine für jedes Projekt, aber alle im selben Möbel, das dich kennt.

Claude für dein Business: Ruhiges Holzboot mit Notizbuch und Tau

Der ehrliche Teil

Nichts davon ist Zauberei, und nichts davon musst du auf Anhieb perfekt machen. Fang mit den drei Bausteinen an, wer du bist, was du machst, woran du arbeitest. Ergänze deine Stimme. Der Rest wächst mit, wenn du merkst, wo Claude noch danebenliegt. Genau dann trägst du nach.

Alles, was ich hier beschreibe, funktioniert übrigens mit ChatGPT genauso wie mit Claude. Beide lassen sich mit Kontext füttern, beide antworten besser, wenn sie dich kennen. Nimm das Werkzeug, das du schon hast. Das Ergebnis führt, nicht der Name auf dem Knopf.

So richtest du deinen Kontext ein

  1. Schreib drei kurze Absätze: wer du bist, was dein Business macht, woran du gerade arbeitest.
  2. Ergänz ein paar Sätze zu deiner Stimme und zwei echte Textproben.
  3. Leg für dein nächstes größeres Vorhaben ein eigenes Projekt an.
  4. Test den Kontext mit einer echten Aufgabe, zum Beispiel einer Mail.
  5. Trag nach, sobald dir auffällt, dass etwas noch fehlt.

Und wenn du dabei nicht allein tüfteln willst: In der Community rund um Claude und Claude Code tauschen sich Selbstständige aus, die genau an solchen Setups sitzen. Fragen stellen, mitlesen, abschauen. Vieles geht leichter, wenn jemand schon eine Stufe weiter ist und dir sagt, wo es hakt. Komm gern dazu.

Olga Reyes-Busch
Sonnige Grüße, Olga

Tausch dich mit anderen aus, die Claude für ihr Business nutzen.

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Häufige Fragen

Wie richte ich Claude für mein Business ein?

Nach der einmaligen Installation legst du einen Business-Kontext an: kurze Textdateien, die beschreiben, wer du bist, was du anbietest und woran du gerade arbeitest. Claude liest sie bei jedem Start und antwortet dann mit deinem Wissen und in deiner Stimme.

Was gehört alles in den Business-Kontext für Claude?

Drei Bausteine reichen für den Anfang: deine Person und dein Werdegang, dein Angebot und deine Zielgruppe, dein aktueller Fokus. Dazu ein paar Sätze zu deiner Sprache, damit die Texte nach dir klingen und nicht nach Baukasten.

Muss ich für jeden Kunden ein eigenes Projekt anlegen?

Nicht zwingend, aber es hilft. Ein eigenes Projekt je Vorhaben hält den Kontext sauber getrennt. So mischt Claude die Angebotsmappe für einen Kunden nicht mit deinem Newsletter, und du findest später leichter wieder hinein.

Wie bringe ich Claude dazu, in meiner Stimme zu schreiben?

Schreib ein paar Sätze über deinen Ton auf, welche Wörter du nie benutzt, wie lang deine Sätze sind, wie du deine Leser ansprichst. Leg zusätzlich zwei, drei echte Textproben von dir dazu. Claude gleicht sich daran an.

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