Schön, dass du hier bist. Setz dich, ich rutsche mal zur Seite. Du trägst wahrscheinlich schon eine Weile diesen einen Gedanken mit dir herum: „Ich müsste mal ein eigenes digitales Produkt machen.” Und im selben Moment kommt die Bremse: Wo fange ich überhaupt an? Ich habe doch nichts. Kein fertiges Konzept, keine Reihe von Blogartikeln, keinen Plan.
Genau da will ich dir die Hand reichen. Denn du hast mehr, als du glaubst. Und der Weg zum ersten digitalen Produkt ist viel geradliniger, als das Netz dir weismachen will. Ich gehe ihn mit dir Schritt für Schritt durch, ehrlich, ohne große Versprechen, mit künstlicher Intelligenz als Helferin für die Fleißarbeit.
Warum das erste Produkt so klein sein darf
Der erste Denkfehler steckt fast immer im Wort „Produkt” selbst. Wir denken sofort an etwas Großes: einen Kurs mit zwölf Modulen, ein Buch, eine ganze Plattform. Und weil das riesig wirkt, fangen wir gar nicht erst an.
Dein erstes digitales Produkt muss winzig sein. Eine Checkliste. Eine Vorlage. Ein kompaktes PDF, das ein einziges Problem löst. Das ist kein Kompromiss, das ist der richtige Weg. Klein bedeutet: schnell fertig, schnell draußen, schnell eine Antwort vom echten Leben. Und diese Antwort ist mehr wert als das schönste Konzept, das nie das Licht sieht.
Ich habe das selbst lange falsch gesehen und wollte immer gleich das große Ding bauen. Erst als ich klein angefangen habe, kam etwas ins Rollen.
Dein erstes Produkt muss nicht beeindrucken. Es muss draußen sein. Ein fertiges kleines Ding schlägt jede große Idee, die im Kopf wohnen bleibt. Olga Reyes-Busch
Wie findest du das eine Problem, das du lösen willst?
Hier verbringst du die meiste Zeit, und das ist gut so. Nicht das Bauen ist der schwere Teil, sondern die Entscheidung, wofür.
Stell dir die Menschen vor, mit denen du arbeitest oder arbeiten willst. An welcher Stelle sitzen sie regelmäßig fest? Welche Frage stellen sie dir immer wieder? Woran verzweifeln sie, obwohl es für dich längst ein gelöstes Thema ist? Genau dort liegt dein Produkt. Nicht in dem, was dich beeindruckt, sondern in dem, was deinen Leuten den Alltag erleichtert.
Schreib drei bis fünf solcher Probleme auf. Ganz konkret, so wie jemand es dir am Telefon schildern würde. Dann such dir das eine aus, bei dem du sofort weißt, wie die Lösung aussieht. Das ist dein Startpunkt. Wenn du beim Sammeln ins Stocken kommst, hilft ein Gespräch mit einer Antwortmaschine: Schildere ChatGPT, Claude, Perplexity oder der KI-Antwort bei Google deine Zielgruppe und lass dir typische Probleme spiegeln. Du entscheidest, welches echt ist, die Maschine bringt nur den Steinbruch.
Welche Form passt zu deinem ersten Produkt?
Wenn das Problem steht, ist die Form schnell gewählt. Es gibt eine kleine Leiter, und die unterste Stufe reicht fast immer.
Eine Checkliste ist der leichteste Einstieg. Ein Thema, die wichtigsten Schritte in der richtigen Reihenfolge, zum Abhaken. Menschen lieben Checklisten, weil sie das Nachdenken abnehmen.
Eine Vorlage geht einen Schritt weiter. Ein Dokument, eine Tabelle, ein Leitfaden, in den man nur noch das Eigene einträgt. Sie nimmt das leere Blatt weg, und das leere Blatt ist der Grund, warum viele Dinge nie fertig werden.
Ein kompaktes PDF bündelt etwas mehr: eine kurze Anleitung mit ein paar Beispielen, ein Mini-Ratgeber zu einer einzigen Frage. Das lohnt sich, wenn dein Thema ein bisschen mehr Erklärung braucht als eine Liste.
Für den ersten Versuch nimm die unterste Stufe, an der du dich sicher fühlst. Du kannst später jederzeit größer bauen, wenn du weißt, dass jemand darauf wartet.
Wo künstliche Intelligenz dir die Arbeit abnimmt
Jetzt der Teil, der die Sache tragbar macht. Zwischen deiner Idee und dem fertigen Produkt liegt lauter Fleißarbeit: gliedern, ausformulieren, sortieren, kürzen, in eine klare Form gießen. Nichts davon ist schwer. Es ist nur zäh, und genau daran scheitern die meisten ersten Versuche.
Diese Arbeit gibst du ab. Du öffnest ein Werkzeug wie ChatGPT oder Claude und sagst, was du brauchst: „Ich helfe Menschen dabei, ihr erstes Kundengespräch vorzubereiten. Mach daraus eine Checkliste mit klaren Handlungsschritten in sinnvoller Reihenfolge.” Schon hast du ein Gerüst vor dir. Nicht fertig, aber ein Anfang, an dem du sofort weiterarbeiten kannst, statt vor der leeren Seite zu sitzen.
Wichtig ist die Reihenfolge. Die künstliche Intelligenz liefert die Rohform, das Sortieren, das erste Ausformulieren. Deine Erfahrung, dein Urteil, der eine Praxistipp, der ein Produkt erst wertvoll macht, kommt von dir. Ein Produkt, das komplett aus der Maschine fällt, merkt man sofort. Eines, bei dem sie dir nur die Fummelarbeit abgenommen hat, trägt trotzdem deine Handschrift. Damit die Ergebnisse wirklich nach dir klingen, lohnt es sich, das Werkzeug einmal ordentlich einzurichten. Wie das gelingt, zeige ich im Beitrag Claude für dein Business einrichten.
Und wenn du schon einen Blog hast?
Dann hast du es leichter, und dieser Weg wird noch kürzer. Denn dann liegt dein Rohstoff bereits geschrieben vor dir. Statt bei null zu sammeln, schöpfst du aus dem, was du schon zu Papier gebracht hast. Wie du aus einem vorhandenen Text ein Produkt formst, habe ich ausführlich im Beitrag Digitale Produkte erstellen aus einem Blogartikel beschrieben.
Der Unterschied ist nur der Startpunkt. Hier fangen wir bei jemandem an, der noch kein Archiv hat und aus dem Kopf beginnt. Dort geht es um den, der schon eine Sammlung besitzt. Das Ziel ist dasselbe: ein kleines, klares Produkt, das ein echtes Problem löst. Und wenn du erst einmal ein Format zum Verschenken bauen willst, bevor du etwas verkaufst, findest du den Einstieg im Artikel Freebie erstellen in 5 Schritten. Ein gutes Freebie und ein erstes Produkt sind eng verwandt: Das eine öffnet die Tür, das andere steht dahinter.
Der ehrliche Teil, bevor du loslegst
Ich sage es klar, weil im Netz viel anderes behauptet wird: Niemand kann dir sagen, was dein erstes Produkt einbringt. Das hängt von deinem Thema ab, von deiner Reichweite, von der Nische, in der du unterwegs bist. Ein PDF hochzuladen ist kein Automat, der Geld ausspuckt, während du schläfst. Wer dir das erzählt, will dir etwas verkaufen.
Was ich dir sagen kann, ist der Weg. Nimm ein Problem, das deine Leute wirklich haben und das du gut löst. Bau das kleinste Format, das es löst. Bring es heraus, auch wenn es sich noch klein anfühlt. Dann hörst du zu: Wird es genommen? Was fragen die Leute? Woran hakt es? Aus dieser Rückmeldung wird dein zweites Produkt besser als das erste. So wächst das, Stück für Stück, und es gehört dir.
So gehst du vor
- Schreib drei bis fünf Probleme auf, die deine Leute wirklich haben.
- Wähle das eine Problem aus, bei dem du sofort weißt, wie die Lösung aussieht.
- Entscheide dich für die kleinste Form, meistens eine Checkliste oder eine Vorlage.
- Lass dir mit künstlicher Intelligenz eine Rohfassung bauen und verfeinere sie mit deiner Erfahrung.
- Bring das Produkt heraus, auch wenn es sich noch klein anfühlt.
Fang nicht bei der großen Idee an. Fang bei dem einen Problem an, das du heute lösen kannst. Öffne ein leeres Dokument, hol dir künstliche Intelligenz als Fleißarbeiterin dazu und bau die erste Rohfassung. Klein, ehrlich, brauchbar. Der Rest wächst von dort. Und ich sitze hier und freue mich auf das, was du herausbringst.
Tausch dich mit anderen aus, die Claude für ihr Business nutzen.
Zur Claude Community Deutsch →